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ADHS und Borderline-Persönlichkeitsstörung: Unterschiede, Überschneidungen und Selbstmitgefühl (ADHS und Borderline Unterschiede)

  • Autorenbild: Judit Sule
    Judit Sule
  • 9. Dez. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Dez. 2025

ADHS und Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) werden oft diskutiert, doch hinter beiden Diagnosen stehen vor allem Menschen, die ein lebbares Leben führen möchten. Es gibt „reine“ ADHS-Fälle, „reine“ BPS-Fälle und Menschen mit beiden Diagnosen. Diese Kategorien sind nicht nach Schwere gestaffelt, sondern beschreiben unterschiedliche Muster – und jedes Muster verdient differenzierte, einfühlsame Betrachtung.


Menschen mit „reiner“ ADHS erleben oft eine schnelle, unruhige Gedankenwelt, impulsives Verhalten und emotionale Schwankungen, die meist reaktiv auf äußere Ereignisse sind. Ihre Beziehungen können darunter leiden, doch innere Leere oder extreme Angst vor Verlassenwerden treten seltener auf als bei BPS.


„Reine“ BPS-Erfahrungen hingegen zeichnen sich durch intensive, überwältigende Emotionen, starke Angst vor Verlassenwerden, Identitätsunsicherheiten und gelegentliche selbstverletzende Handlungen aus. Impulsivität äußert sich hier oft als Flucht aus unerträglichen Gefühlen.


Bei komorbider ADHS und BPS verstärken sich diese Muster gegenseitig: Unaufmerksamkeit, Impulsivität und innere Unruhe treffen auf emotionale und relationale Turbulenzen. Differenzierte Diagnostik ist entscheidend, um gezielt helfen zu können – zum Beispiel durch Medikamente und Therapie bei ADHS sowie längerfristige psychotherapeutische Arbeit bei BPS.


ADHS wird in drei Haupttypen unterschieden: vorwiegend unaufmerksamer Typ, hyperaktiv-impulsiver Typ und kombinierter Typ. Jedes Profil kann sich im Verlauf des Lebens verändern, und die Behandlung kann die Symptome deutlich lindern, Selbstorganisation erleichtern und Therapieerfolge unterstützen.


Wichtig ist: weder ADHS noch BPS sind ein Zeichen moralischer Schwäche. Beide haben neurobiologische Grundlagen, die besondere Aufmerksamkeit, Mitgefühl und individuell angepasste Strategien erfordern. Selbstmitgefühl bedeutet, zu erkennen, dass die eigenen Reaktionen verständlich sind – ob bei ADHS, BPS oder beiden – und dass Hilfe, Struktur und Therapie echte Erleichterung bringen können.


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